Etappe 22 – gesponsert von Welzl Christian: 120 Km / 867 Hm

Start:                                               09h15  Haydock
Ziel (Ankunftszeit):                         17h0o Shifnal
Fahrzeit im Sattel (Tag/Total):         5h03  / 117h58
Durchschnitt:                                   23.6 Km / Std
Gefahrene KM (Tag/Total)*:           120 Km / 3’221 Km
Absolvierte HM (Tag/Total)*:       867 Hm / 29’370 Hm

Der perfekte Radlertag – Ausfahrt mit Erholungswert. „Gondeln“ mit viel Genuss.

Wir fuhren los, mit dem Ziel gut 160 km zu fahren, denn so wurde es gestern von Marcus und Kurt geplant. Nach einer Weile fragte ich den „Capitaine de le route“ warum wir eigentlich heute eine so lange Etappe machen, wenn die total Distanz bis Portmouth nur noch etwas mehr als 400 km ist und wir drei Tage zur Verfügung haben? Er schaute mich an, überlegte einen Augenblick, griff zum Natel und gab Kurt neue Instruktionen: neues Ziel für heute nur noch gut 120 km.

Ab diesem Augenblick wurde es zu einer wunderschönen Ausfahrt. Wenn es läuft, dann läuft es und alles Schöne und Gute kommt zusammen – genau so war es heute – einfach ein Traum, ja quasi der perfekte Velotag.

Kurt hatte gestern wieder eine absolute super Tour für uns zusammengestellt und runtergeladen. Wir fuhren praktisch alles auf Nebenstraßen und wenn ich von Nebenstraßen rede, dann meine ich das auch. Das Gute daran ist, dass diese in einem super Zustand sind. Links und rechtes hat es jeweils Hecken oder es sind traumhafte Alleen. Wenn ich einen Makel anbringen wollte, dann einfach, dass die Hecken teilweise zu hoch sind und wir nicht darüber sehen konnten. Immer wieder rannten vor uns Fasane über die Straße – so cool diese zu sehen, denn diese lebten alle noch. Dazu kam, so quasi als Sahnehäubchen, das makellose Wetter – etwas über 20 Grad, kein Wind – what else can you ask for?

Immer wieder fuhren wir durch Wohngebiete, die offensichtlich nicht von der „blue color“ Bevölkerung bewohnt wird – im Gegenteil – super schöne Häuser, bescheiden und doch mit sehr viel englischem Style und Cache. Uns hat es sehr gefallen – was für einen Unterschied zu gestern. Unser heute gefahrener Durschnitt war noch nie so tief, doch „what the heck!“ – heute war chillen, genießen und aktive Erholung angesagt. Was es ganz besonders machte, ist die Tatsache, dass es nicht geplant war und einfach so entstand – also wieder einmal serendipity.

Wenn wir so chillig unterwegs sind, dann halten wir auch ab und zu an und schauen etwas an. Beim ersten Mal war es an einem Hafen (bereits ein Post gemacht) und was haben wir im Gespräch mit Einheimischen gelernt? Heute ist ein „Bank Holiday“, d.h. alles ist geschlossen und darum sind alle Engländer unterwegs und in „unseren“ Hotels. Weiter haben wir gelernt, dass so ein Hausboot, wenn es neu gekauft wird, ab 25’000 Pfund zu haben ist, nach oben ist der Preis offen. Gerade hier in Manchester und Liverpool ist das ein sehr beliebtes „Spielzeug“ oder die zweit teuerste Investition einer Familie (nach dem eigenen Haus).

Und dann hielten wir im herzigen Städtchen Nantwich (https://de.wikipedia.org/wiki/Nantwich), einfach nur schön anzusehen und zum Genießen.

Und nun sind wir in Shifnal (https://en.wikipedia.org/wiki/Shifnal) gelandet und hier im Henri’s (https://www.tripadvisor.co.uk/Restaurant_Review-g504108-d2401002-Reviews-Henri_s_Brasserie-Shifnal_Shropshire_England.html)

Was für ein cooles Hotel und Restaurant. Der Chefkoch war sich nicht zu schade für uns eine Kabelrolle zu organisieren, so dass wir den Mercedes wieder einmal „andocken“ konnten, damit wieder alle Batterien voll sind. Mir war der Koch bereits hier sehr sympathisch und was er dann noch für uns in der Küche zauberte? Mega, super gut. Ein Dreigänger für 15.—Pfund und jeder Gang hätte in Zürich locker CHF 25.—gekostet und wir hätten es mehr als okay gefunden. Das heutige Nachtessen war mit Abstand das Beste, was wir per dato genossen haben. Well done „chef“ – werde im Tripadvisor noch eine Lobeshymne schreiben.

Und zu Schluss noch der „Schmunzler“ vom Tag. Mitten im hammer Dinner beginnt Kurt zu lachen – ja was ist nun los? Kurt: „endlich konnte ich diesen Stein wegwerfen!“ Und nun lachten wir alle! Warum? Seit drei Tagen hat Kurt beim Mittagessen immer einen Avocado Stein serviert. Und heute habe ich ihn einmal gefragt, warum er diesen denn immer serviere? Kurt: „ja der war in der Küche und ich dachte, ihr wollt diesen essen“

Fazit: Wo man es nicht unbedingt erwartet, sind oft die grossen Überraschungen und Schätze. Velofahren kann auch in England ein grosser Genuss sein. 

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2 Gedanken zu „Etappe 22 – gesponsert von Welzl Christian: 120 Km / 867 Hm

  1. Hello guys,
    die einen sitzen acht stunden im bürostuhl, die anderen auf dem rennvelo. am abend spühren dann beide das hinterteil. könnte man wählen, warum das hinterteil schmerzt, so denke ich beneiden euch doch alle und ziehen den hut vor eurer leistung. also nicht jammern und weiterhin so tolle kommentare schreiben, denn diese versüssen uns daheim geblieben den alltag und sitzschmerz 😉
    weiterhin allzeit gute fahrt!
    Ralph

    1. SIR – YES SIR!
      Fertig mit Jammern, Augen auf und volle Pulle durch!
      Immer nach dem Motto: Schmerz ist ein Gefühl, das den Körper verlässt.
      All the best
      Andreas

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