Etappe 3 – gesponsert von Heinz Geisser – 211 Km / 2’044 Hm

Start:                                                         09h30 Langfjordbotn

Ziel (Ankunftszeit):                                17h45  Skibotn

Fahrzeit im Sattel (Tag/Total):            7h33  / 18h41

Durchschnitt:                                   27.1 Km / Std

Gefahrene KM (Tag/Total)*:                211 Km / 534 Km

Absolvierte HM (Tag/Total)*:               2’044 Hm / 5’200 Hm

*Abweichungen zur Übersicht entstehen infolge Tunneldurchquerungen, die nicht aufgezeichnet werden

Sonnenschein – zum ersten Mal in kurzen Hosen. Dynamisches Fotografieren. Mentale Stärke – leere Tanks. Erste Etappe über 200 km  

Daten organisiert, Fotos aussortiert, Notizen bereit und nun geht es zum Blogschreiben – wo ist Marcus? Ach ja, der ist ja in der Werkstatt (neben dem Mercedes hat er einen mobilen Reparaturständer aufgestellt) und macht den Service an unseren Rennmaschinen – mein Maximus dankt es ihm, hat er doch heute sehr viele Laute von sich gegeben….. Das musste ich noch kurz Fotografieren, denn um 22h00 wird normalerweise in der Werkstatt nicht mehr gearbeitet. Bewundernd schaue ich etwas zu und dann schaut mich Marcus von unten an: „ich gehe davon aus, dass Du in Zukunft etwas vorsichtiger bist beim Trinken aus den Bidons, denn ich hatte das Gefühl einen Tripp Trapp geputzt zu haben!“ Soviel zur Arbeitsteilung.

Wir alle wissen, dass wir in den Skiferien am dritten Tag vorsichtig agieren sollten, da man müde ist nach zwei Tagen Skifahren und so das Unfallrisiko steigt. Bei uns Radfahrer ist das anders: dem Körper gleich zeigen wer der Chef ist auf der Tour! So war der Plan, den eingehandelten Gap zur Marschroute heute zu schliessen, d.h. die Etappe wird 205 km mit ein paar Höhenmeter. Wettervorhersage war okay – denkste! Kaum aus dem Camping losgefahren, begann es zu tropfen und zu allem Elend auch gleich zu steigen – als ob ich es geahnt hätte – kurzer Rückblick auf 07h15.

Ich erwache und sofort, noch im Liegen, beginnt der interne Body Scan: was tut, wie weh oder habe ich gar keine Schmerzen und wie ist das mentale Befinden….. ganz viele Fragen, die den weiteren Verlauf des Tages bestimmen werden. Ich bin heute bei der Analyse zu folgenden Ergebnissen gekommen (Skala: 1 sehr schlecht – 6 sehr gut / ich könnte fliegen): Mental 3, Körper 3 – bei Markus gab es zweimal eine 4.

Also zurück zum beginnenden Regen und Anstieg. Mit dem bekannten Resultat der Bodyanalyse von 2x einer 3, geht es bei solchen Rahmenbedingungen nicht sehr lange und schon will das Selbstmitleid in Dein Kopf rein und sich so schön fett breit machen….. no way Jose – hier bin immer ich noch der Chef – Kopf runter, Markus anhängen und weiter.

Von Ueli wussten wir, dass es einmal (mehr dazu später, denn Ueli scheint Steigungen zu vergessen in der Euphorie) etwas rauf gehen wird und er dann aus dem Kofferraum uns fotografieren will, während Franziska das Auto fährt. Die Steigung kommt und von da an haben wir den Fotografen vor uns, der mit allem was er hat, das perfekte Foto von uns will – was heisst, schweissüberströmt, leidend usw. Auf dem Gipfel fragten wir Ueli wo nun diese spektakuläre Aussicht auf den Fjord sei? Da meinte er, dass er sich wohl um einen Hügel vertan hätte und dieser erst noch komme und wie recht er hatte.

Also mit über 60 Sachen hinunter und rein in die nächste Steigung. Ueli hatte nicht zu viel versprochen. Während dem ganzen Aufstieg fuhr der Fotoexpress vor uns her und mittlerweile gab es auch Schweisstropfen zum Fotografieren…..  Nach 55 km und 1’050 hm erwartet uns eine traumhafte Aussicht auf diese Fjorde – in Worte fassen? Keine Chance – schaut bei den Fotos. (Während ich schreibe ist Ueli an der Fotoauswahl und –Bearbeitung der rund 700 Fotos, die er an einem normalen „Arbeitstag“ mit dem JMZ-Team schiesst).

Next stopp – 125 km! Mittlerweile zeigte sich die Sonne und das Rollen den Fjorden entlang wurde immer schöner – nicht weniger anstrengend. Langsam leerten sich unsere Tanks und wir plangten auf den Mercedes, resp. auf die Kochkünste von Franziska und Klaus. Endlich bei 127 km sahen wir bereits von weitem das Auto und das wunderbar angerichtet Essen und Trinken für uns. Blick auf den Fjord, den Bergen im Hintergrund und zum ersten Mal die scheinende und wärmende Sonne – wollen wir wirklich weiter fahren??? Es sind ja nur noch 80 km, die Sonne scheint, wir sind in kurzen Hosen ready for action, Ueli hat die Kameras verpackt und los geht es. Klaus und Franziska geben wir „frei“ für den Rest vom Nachmittag, so dass sie am Zielort die Cabins beziehen können.

Auf der Karte könnt Ihr Leser sehen, dass in Olderdalen wohl eine Fähre ist, diese dummerweise nicht die andere Seite vom Fjord anfährt und das für uns einen Umweg von mehr als 50 Km bedeutete. So lernt man Demut – für 500 m Luftlinie einen Umweg von diesem Ausmass zu machen und dabei noch Gegenwind zu haben. Marcus Kommentar, als wir in den gezwungenen Umweg (Fjord) einbogen: „Jetzt müssen wir mental stark sein, sehr stark also quasi mentaly strong“. Er sollte Recht behalten, denn diese 50+ Km hatten es in sich, denn es hatte noch drei Tunnels, die eigentlich verboten waren zu durchfahren per Rennrad und da fahren wir dann immer „Vollgutzi“.

Die letzten 30 km waren touhg oder einfach zu viel!! Es war offensichtlich noch nicht vorbei mit der geforderten mentalen Stärke! Ueli munterte uns immer wieder auf, wenn er wieder irgendwo am Strassenrand mit seinen „pictures machines“ stand und uns irgendwie in diese „reinzog“. Für ihn musste es ein Paradies gewesen sein, denn unsere Gesichter haben die Anstrengung und die leeren Tänke nicht mehr verbergen können. „Jä nu, äs isch wiäs isch“ – da mussten wir durch und um 17h45 standen wir vor unser Cabin – einem 2-Zimmerbungalow und Klaus, der für uns alle ein eisgekühltes Clausthaler vorbereitet hatte.

Last but not least: Während wir am strampeln und kämpfen sind, wird munter gespendet, danke allen heutigen Spender – Ihr macht einen Unterschied. Wenn jeder Tag so erfolgreich läuft, dann erreichen wir die gewünschten CHF 100’000.–

Fazit: zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal wird die mentale Stärke gefragt sein. Sonnenschein gibt den Anstrengungen einen ganz anderen Rahmen und wir sind sehr stolz auf das Geleistete. Life is good!

Bildschirmfoto 2016-08-03 um 21.06.13

4 Gedanken zu „Etappe 3 – gesponsert von Heinz Geisser – 211 Km / 2’044 Hm

  1. Wow – cooler Bericht, coole Etappe!!!
    Ich wünsche euch von Herzen weiterhin enorm viel mentale Stärke und gaaanz viel Sonnenschein (spätestens ab Südfrankreich sollte das mit der Sonne geregelt sein!!!).
    Euer Fotograf ist einfach spitze, und die Begleiter sind Eins-A.

    Weiter so! Und morgen früh für beide mindestens eine Vier!!!

    All the best
    Rita

  2. Weiter so Jungs!! Ich lese immer mit Begeisterung eure Blogs und fühle mit euch (im Liegestuhl sitzend versteht sich) go for glory! Bis bald!

  3. dear boyz! bereits am 3. tag einen 200+ hinschmettern, da ziehe ich den hut und wünsche euch für den 4. tag morgen weiterhin viel power, sonnenschein as much as possible und weitere einmalige eindrücke der kraftvollen natur. „life is good“ as stephen oliver, a wise fellow from the boston area, always says … i’m with you, best BI/DI

    1. Hi Bidi

      Ja das war ein Knaller, der erst 200+. Heute war es aber noch etwas tougher – mehr dann im Blog etwas später.
      Life ist not only good – it’s perfect.
      All the best
      Andreas & Mägi

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