Etappe 35 – 126 Km / 1’580 Hm

Start:                                               09h15 Ribadesella
Ziel (Ankunftszeit):                         17h45 Soto de Luina
Fahrzeit im Sattel (Tag/Total):         5H04  / 196h07
Durchschnitt:                                   25.0 Km / Std
Gefahrene KM (Tag/Total)*:           127 Km / 5’276 Km
Absolvierte HM (Tag/Total)*:       1’580 Hm / 45’592 Hm

Viel, sehr viel Regen! Pannen, sehr viele Pannen! Vorzeitiger Übungsabbruch.

Mittlerweile bin ich wieder aufgetaut, ja ihr habt recht gelesen!  Und die Schwimmhäute zwischen den Finger haben sich auch wieder zurückgebildet. Was für ein Velo-tag heute – haben wir so etwas schon einmal erlebt – nein auf keinen Fall. Was ist passiert, müssen wir für etwas büßen?

Kurzversion vom heutigen Tag:

  • 08h45           Platter Hinterreifen (Schleicher über Nacht)
  • 09h15           Abfahrt
  • 11h00           Beginn Regen
  • 12h30           Platter Vorderreifen (Scherben)
  • 14h00           Sturz von Marcus in Gijon
  • 14h30           Mittagspause und der Regen hört auf
  • 15h30           Platter Hinterreifen (Schleicher)
  • 15h45           Abfahrt und es regnet wieder
  • 16h15           Platter Vorderreifen (wieder Scherben)
  • 16h30           Temperaturanzeige 11.7 Grad bei Dauerregen
  • 17h00           Platter Hinterreifen (spitziger Gegenstand)
  • 17h45           orkanartiger Regen und einsetzende Dunkelheit
  • 17h50           Einsehen von uns und Übungsabbruch, „Notruf“ JMZ-Crew

Was für eine Liste! Gibt es so etwas überhaupt? Heute scheint die „Pannenhexen-Jahresversammlung“ gewesen zu sein – wer hat noch nicht, wer will noch mal? So kam es mir auf jeden Fall vor, denn alle Materialdefekte betrafen mich – was soll das???

Am Morgen war bereits nicht so schönes Wetter und Regen lag in der Luft, was uns jetzt nicht gerade super motivierte. Aus purem Zweckoptimismus ließen wir die Regenjacken und Schutzbleche im Auto – grosser Fehler.

Sehr zügig kamen wir voran und schienen immer wieder unter den Gewitterwolken hindurch schleichen zu können bis uns diese dann bei Km 40 doch noch umzingelt hatten und uns ihre Pracht so quasi vor die Füsse  und über die Köpfe warf. Zum Glück waren wir in einer Stadt und konnten so Unterschlupf in einem Restaurant finden. Devise? WARTEN bis der Regen vorbeigezogen ist. Nach einer Stunde begann es etwas zu schonen und schon waren wir auf den Rennmaschinen. Wir kamen nicht einmal aus der Stadt raus und schon begann der Regen wieder von neuem. Da wir beide mit wenig Kleider unterwegs waren, die Temperatur bereits auf 17 Grad gefallen war, waren wir froh ging es gerade einen Berg hinauf. Kaum zu glauben, doch ich freute mich auf den Anstieg, nur das ich wieder warm bekam.

Im Gegensatz zu Marcus habe ich heute Morgen Sonnencreme aufgetragen – wollte ja positive Signale senden…… Interessanterweise gab mir das in der ersten Stunde Regen schon etwas Schutz, da der Regen wie abperlte.

Nach einem platten Vorderrad vor Gijon bei mir, war dann Marcus an der Reihe in Gijon selber. Wir kurvten und suchten uns den Weg durch die Stadt und da passierte es. In einer Rechtskurve, die sehr rutschig, aber es nicht sichtbar war, rutschte Marcus das Vorderrad weg und schon lag er da. Zum Glück nichts passiert, außer einem verbogenen Schaltauge am Wechsel. Kurz alles behelfsmäßig richten und weiter ging es. Die Crew erreichten wir erst um 14h30 und genau dann hörte auch der Regen auf. Kurz etwas essen, trockene Kleider, eine zusätzliche Windjacke einpacken und los ging es – denkste, denn mein Hinterrad hatte nun auch noch einen Plattfuß.

Wir waren noch keine 10 Min unterwegs goss es bereits wieder aus Kübeln und wir stellten uns kurz unter in einer Bushaltestelle (kenne wir das nicht schon aus Norwegen?). Da sass bereits ein Pilger aus Frankreich, der auch Schutz gesucht hatte und auch nicht am Lachen war…. fairerweise muss ich eingestehen, dass wir heute auch nicht immer mit einem Lächeln im Gesicht unterwegs waren – der Regen und die Pannen hat es etwas verschwinden lassen.

Irgendwann spielt es einfach keine Rolle mehr, man ist durch und durch nass und will einfach nur noch ans Ziel, in unserem Fall noch gut 60 Km entfernt. Es wird dann aber um so mühsamer, wenn so quasi alle 30’ eine Panne ist, die Temperatur auf 11 Grad sinkt und zum Dauerregen auch noch starker Wind kommt. Natürlich ging es auch laufend rauf und runter und vor allem beim Runterfahren peitschte der Regen so richtig unangenehm ins Gesicht. Ach ja, einzudunkeln begann es auch noch. Nach einer erneuten, rasanten Abfahrt im peitschenden Regen, war es genug und wir stellten den Blinker zu einem Restaurant, das zugleich auch ein Refugio (https://de.wikipedia.org/wiki/Pilgerherberge) für die Pilger ist – ein Zufall? Entscheid: Abbruch und wir lassen uns abholen, denn wir wollen ja nicht noch krank werden oder einen Unfall haben.

Rolf und Judith haben unabhängig von uns beschlossen, uns entgegen zu fahren, denn sie sahen und erlebten das Wetter ja auch. So ging es nach unserem Anruf nicht mehr lange bis sie uns mit dem warmen Mercedes abholten. Danke für die Weitsicht, denn Marcus und ich waren wirklich total durchfroren und hatten keinen trockenen Fetzen mehr an uns. Eine warme Dusche und warme Kleider (das ist kaum zu glauben, wir sind in Spanien und haben Norwegenwetter) halfen uns bis zum Nachtessen wieder auf normale Betriebstemperatur zu kommen.

Es ist nun 23h30 und draußen regnet es immer noch in Strömen und so wie es aussieht bleibt uns dieses Wetter noch 1-2 Tage erhalten……

Fazit: Bizepstraining vom vielen Pneupumpen. Regen und Kälte wie in Norwegen. Unglaublich viele Pannen für eine Etappe – langsam aber sicher gehen die Materialvorräte zu ende. 

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