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Verschiebung von Kopenhagen nach Hengelo NL

Autofahren und noch einmal Autofahren – Bürokram – Hengelo und der Camping

Der heutige Tag ist rasch erzählt, denn er bestand primär aus Autofahren von Kopenhagen nach Hengelo NL.

Vor der Abfahrt führte uns Carsten noch in eine coole Kaffeerösterei mit einer Kaffeebar. Ihr hättet Marcus leuchtenden Augen sehen sollen – ein Paradies für einen coffeefreak wie ihn. Es gibt nicht viel besseres, als den Tag mit einem sehr guten Kaffee zu starten und das war auch nötig, denn vor uns standen gut 700 km Autobahn, Fähre und wieder Autobahn quer durch Dänemark, Deutschland und Holland.

Soweit war nur klar, dass wir am Freitag um 11h00 am Flughafen in Amsterdam sein müssen, denn dann kommt Marcus Familie an. Also „pedal tot he medal“ und los – der Weg ist das Ziel.

Während Marcus das Fahren übernahm, erledigte ich die Büroarbeiten – es lebe die moderne Technik – Hotspot, Natel, Laptop usw und das erst noch im Auto, während dem Fahren. Kurze Pause bei einem Mac on the road – ja ich weiss keine typische Sportlernahrung, doch normalerweise findet man an den Autobahnraststätten ja auche keine Vollkorn-Takeaways.

Ganz ehrlich, Radfahren macht schon viel mehr Spaß, als irgendwo auf einer Autobahn zu düsen und immer wieder auf einen Stau aufzufahren. Irgendwie ging der Tag auch vorbei und bald war es einmal Zeit etwas für die Übernachtung zu suchen.  Während wir mit 110 Sachen eine Ausfahrt nach der anderen passierten, hatte ich den Auftrag etwas im Internet zu suchen. Die zufällige Wahl viel auf Hengelo, einer Stadt mit über 80’000 Einwohner in Holland.  Hier war es dieser Camping.

http://home.kpn.nl/smink148/Index%20Duits.htm und so sah unser „Blockhaus“ aus: http://home.kpn.nl/smink148/Trekkershut%20Duits.htm

Dieser Camping ist wieder eine ganz andere Welt, als die in Norwegen und Kopenhagen. Auch das Preisgefüge ist auf einem ganz anderen Level.  Wir bezogen das hübsche, kleine Blockhaus und gönnten uns noch einen kurzen Schwumm im Pool. Es herrschte ein ganz speziell Ambiance und Ruhe auf diesem Camping – sehr erholsam.

Für das Nachtessen fuhren wir in die Stadt und fanden im Zentrum eine coole Baar, die super Burger’s und Bier serviert. Dazu konnten wir einer Lifeband zuhören. Die Sonne verabschiedete sich so langsam und der Vollmond begann langsam aber sicher sein Pracht zu entfalten. Die Leute und davon hatte es ganz viele, waren alle so wunderbar gut drauf, sie lachten, plauderten und schienen so unendlich glücklich. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass wir beide so entspannt unterwegs waren.

Auffallend waren auch hier wieder die vielen Velos. Marcus sass nur so da und verfolgte das Vorbeirauschen der scheinbar unendlichen Anzahl von Velos – er konnte es kaum glauben. Alt und jung, klein und gross und schlank und fest, alle sind per Velo unterwegs – einfach cool. Dadurch empfindet man auch eine ganz andere Ambiance – viel relaxter und entspannter. Ehrlicherweise muss man aber auch berücksichtigen, dass es hier überall flach ist wie eine Scheibe. Der höchste Höhenunterschied, den wir fanden, war ein Randstein;-) Erkenntnis für uns beide: die Dänen und die Holländer machen das verkehrstechnisch viel schlauer als wir und Marcus muss sich nun wirklich einen Business Case überlegen, denn hier besteht Potential.

Morgen geht es nun weiter nach Amsterdam – wir werden um 11h00 am Flughafen erwartet.

Fazit: Es hat seinen Reiz, sich einfach vom Gefühl leiten zu lassen und offen zu sein für „serendipitiy“ – dem positiven Zufall

Kopenhagen

Kopenhagen ist eine coole Stadt – Massagen und quality time mit Freunden

Ankunft in Kopenhagen am Morgen, nach einer erholsamen Überfahrt mit der Fähre. In den nächsten Tagen sind die Vorzeichen für uns ganz anders, denn wir sind in charge for the car! Es ist immer gut, wenn man Freunde hat, die sich freuen wenn man auf Besuch kommt – angemeldet oder eben überraschend. Mein buddy Carsten Müller wohnt in Kopenhagen und hat unsere „Wunschliste“ (Massage, Übernachtung, qualitytime with cigars) entgegengenommen und für uns alles organisiert.

Marcus und ich hatten den ganzen Morgen für uns und diesen nutzten wir für eine kleine Stadttour per pedes. Grösste Herausforderung? Parkieren des Sprinter. So kurvten wir suchend in Downtown herum, um am ende doch einen illegalen PP zu belegen – Konsequenz: Busse, die uns leider weggeflatter ist beim Abfahren…. bin gespannt was nun passiert?

Kopenhagen bei wunderbaren Sommerwetter, ist super. Viele Fußgängerzonen und Velos überall. Hier sollte Marcus eine Filiale eröffnen, denn hier hat es x-mal mehr Velos, wie Autos und die Radwege sind wirklich vorbildlich. In der ganzen Stadt gibt es keine Steigung und die Wahrscheinlichkeit von einem Velo angefahren zu werden, ist viel höher als von einem Auto.

So beim Schlendern realisierten wir, wie müde und voller Laktat unsere Beine wirklich sind. Das war seit langem wieder ein Tag, an dem nicht ein paar Stunden Radfahren angesagt waren.

Um die Mittagszeit trafen wir Carsten, der uns so gleich zum SPA brachte. Auf dem Weg dorthin erfuhren wir, dass er kein Hotelzimmer für uns reserviert hat, weil A) praktisch alles ausgebucht und B) die Preise explodiert sind wegen der Pride Parade. Bedacht darauf, dass wir einen „guätä gsundä Schlaf“ bekommen (seine Wohnung ist zu klein, zwei Kinder und zwei junge Hunde), organsierte Carsten kurzerhand seinen neuen Wohnwagen (war eingestellt außerhalb der Stadt) und brachte diesen auf einen Campingplatz in der Stadt (www.bellahoj-camping.dk) – coole Idee!

Das SPA ist ohne „Schnick – Schnack und Schnörkel“, wie eine alte Fabrikhalle mit sichtbaren Leitungen usw. (http://svoemmehal.frederiksberg.dk/vores-tilbud/kurbad). Saunagang, Whirlpool und chillen waren die Vorbereitung für die anstehende Sportmassage. Keine Ahnung was Carsten den beiden Masseuern im Vorfeld erzählt hatte, denn beide gingen ganz schön zur Sache. Sie fanden so ziemlich jeden trigger point in unserer Muskulatur, glaubt mir, davon hatte es ganz viele – Schmerz überall, die Meldungen ans Grosshirn wollten gar nie aufhören. Das soll gesund sein? Abwechselnd hörten wir den anderen gequält Stopp rufen. Beide waren wir wohl zum ersten Mal irgend happy, dass die Massage vorbei war. Gemäss Prognosen der Masseure, werden wir eine markante Verbesserung ab Freitag bemerken – ja dann sind wir ja gespannt.

Der Rest vom Tag ist rasch erzählt: Apéro im Grünen, wunderbares Nachtessen beim Italiener (www.da-claudio.dk) und dann Ausklang in dieser Bar: www.vinstue90.dk (hundertjährige Tradition und einer der wenigen Ort wo das Rauchen drinnen noch erlaubt ist)

Das Bier, das hier serviert wird, hat den Namen „slow beer“ – warum? Das Füllen des Glases, dauert ca. 20 Min, da sich der Schaum immer wieder setzen muss. Um diese lange Zeit zu überbrücken, lernten wir, wird mit einem „waiting beer“ gestartet. „What a feeling“ – dieses „slow beer“ – geschmackvoll, sehr leicht und fein – kombiniert mit einer Zigarre und guten Freunden – the burner. Und nun kommt die Vollendung, resp. Abrundung: nun wird noch das „exit beer“ getrunken. Konsequenz: es musste ein Taxi her!

Carsten und Luise, wir danken euch für die Einführung in die grosse weite Welt von Carlsberg Bier und der amüsanten quality time, die ihr uns geschenkt habt.

Fazit: Die nachhaltige Massage wird uns sicher sehr gut tun in the long run. Man will ein Bier geniessen und endet mit mindestens drei Bier. Es geht nichts über gute Freunde. 

Etappe 15 – gesponsert von UNiSONO by wederundgut AG 101Km / 650 Hm

Start:                                               09h10 Sand
Ziel (Ankunftszeit):                         13h00 Oslo
Fahrzeit im Sattel (Tag/Total):         3h28  / 80h55
Durchschnitt:                                   29 Km / Std
Gefahrene KM (Tag/Total)*:           101 Km / 2’212 Km
Absolvierte HM (Tag/Total)*:       650 Hm / 20’640 Hm

 *Abweichungen zur Übersicht entstehen infolge Tunneldurchquerungen, die nicht aufgezeichnet werden

Das erste Land – Norwegen, ist durchquert – five more to go. Gemütliche Überfahrt mit der Fähre nach Kopenhagen – Anpassung der Terminplanung

Kurz nach der Freigabe für die Etappe 15, bildete sich ein Führungsduo, das sich vom Feld absetzte……  So oder ähnlich würde sich das in einem Rennbericht der TdF lesen. Wir beide drückten gleich von Beginn weg so ziemlich auf die Tube (in der ersten Stunde legten wir knapp 36 Km zurück – mit gütiger Unterstützung von Wind und unseren super „Töpfen“), denn wir wussten, dass man uns um 15h00 in Oslo am Check in bei der Fähre erwartet. Start und Ziel lagen nur etwas mehr als 100 Km auseinander, doch man weiss ja nie, was so alles passieren kann. Apropos passieren: Beim Ausladen der Rennmaschinen, stellten wir fest, dass Maximus hinten „lahmt“, sprich wieder einmal einen Platten hat – das gibt’s ja gar nicht – nun verlieren wir schon Luft über Nacht! Marcus behob den Schaden in Windeseile und als wir pumpen wollten mit dem Kompressor, stellten wir fest, dass dieser still stand. Zum Glück haben wir noch eine Handpumpe dabei und so waren wir um 09h10 on the road again.

„A big city, is like a box of chocolate – you never know what you gone get“. Man hat eine ca. Ahnung wie die Richtung sein sollte, doch wo man dann genau ist – keinen Schimmer! Ergo wird nach Gefühl und Intuition gefahren. Bei Oslo hat das zur Folge, dass wir während gut 25 Km voll konzentriert agieren mussten und uns mehr als einmal etwas im „Schilf“ wieder fanden. Zum Glück waren wir zeitlich sehr gut unterwegs und auf den letzten 5 Km fuhr uns verdankenderweise eine Velofahrerein voraus bis ans Ziel. Ich finde es immer wieder spannend, in einer Großstadt, mit dem Radel unterwegs zu sein – man sieht viel und bekommt etwas vom touch der Stadt mit.

Am Hafen erwarteten uns Franziska und Klaus zum letzten Mal auf dieser Tour. Alles war ready für die Übergabe. Eine letzte herzliche Umarmung und schon spazierten sie in Richtung down town davon.

Umziehen, Packen und Veloverladen war nun angesagt. Dann übernahm Marcus das Steuer und wir begaben uns zum Check in. Einmal auf dem Areal, muss man dort bleiben und das merkten wir erst, als wir drin waren. Okay kein Problem, denn es war sowieso gerade lunchtime. Wir leeren den Kühlschrank, bedienen uns an den Vorräten und veranstalten ein Picknick sur place. Herrlich, die Sonne scheint in voller Pracht und wir in kurzen Hosen und Flip – Flops.

Auf Etage 6 bezogen wir unsere Aussen-Koje – für einmal keine Cabin oder ein Hotelzimmer. Kurz duschen, denn etwas geschwitzt haben wir dann doch während der Führungsarbeit, und dann ab aufs Sonnendeck.

Nach zwei Wochen gönnten wir uns zum ersten Mal eine Zigarre – wow, die war ein hammer Genuss, denn sie fühlte sich auch gleich wie eine Siegerzigarre an. Das Nachtessen im Steakhouse ergänzte das Schonprogram von heute.

Nun sitze ich am Heck von dieser riesen Fähre, geniesse die wunderbare Abendrotstimmung und komme etwas ins sinnieren.

Das erste Land ist durchquert, knapp 2’200 Km und mehr als 20’640 Hm, aufgeteilt auf 15 Etappen, sind absolviert. Viele unvergessliche Augenblicke und Eindrücke durften wir „reinsaugen“ und genießen . Ja etwas stolz sind wir beide schon auf das bis jetzt geleistete. Wir merkten, dass es funktioniert, dass wir zusammen funktionieren und noch viel wichtiger – harmonieren. Das Vertrauen in die Crew und unseren eigenen Fähigkeiten steigert sich jeden Tag und gibt uns sehr viel positive Energie.

Bereits nach zwei Wochen empfinde ich eine tiefe und reinigende Entschleunigung. Ich kann z.b. einfach so an einem Ort stehen, nichts tun als den Augenblick und die damit verbundenen Gedanken geniessen. Danke liebes Norwegen, das Du mit deinen Weiten, deiner Schönheit und deiner Geduld für uns, das erreicht hast.

Sobald ich in eine Stadt komme, realisiere ich dieses „Grundrauschen“, diese „Vibes“ (vielleicht liegt es ja auch an der grossen Konzentration von Natel’s), die einem auf Trab und so die Grundanspannung in Körper und Geist hoch halten. Ist man mitten drin, ist das sicher kein Problem, doch wir sind nach zwei Wochen „outback“ scheinbar wieder in der Lage diesen Unterschied zu spüren.

Wir beide freuen uns nun auf die etwas längere, als ursprünglich geplante Pause. Die Fähre bringt uns nun über Nacht nach Kopenhagen, wo wir morgen um 09h45 anlegen werden. Eine Nacht werden wir dort verbringen, bevor es dann weiter per Mercedes nach Amsterdam geht. Am Sonntag, dem 21.8., geht es wieder per Fähre nach England weiter. Mit anderen Worten, wir steigen am nördlichsten Punkt in Schottland – Thurso, am 23.8. wieder auf den Sattel. Die Pause ist etwas länger als geplant, doch es stimmt perfekt für uns beide. Unsere Form stimmt und so gesehen haben wir dann auf die Marschtabelle einen Rückstand von knapp 4 Tagen.

Also Kopenhagen und Amsterdam – wir kommen!

Fazit:  Entschleunigung macht täglich Fortschritte. Freuen uns auf die etwas längere, als geplante Pause.

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Etappe 14 – gesponsert von Bartholet AG für Abgassysteme 110 Km / 682 Hm

Start:                                               10h15 Rena
Ziel (Ankunftszeit):                         15h15 Sand
Fahrzeit im Sattel (Tag/Total):         3h58  / 77h23
Durchschnitt:                                   27.8 Km / Std
Gefahrene KM (Tag/Total)*:           110 Km / 2’111 Km
Absolvierte HM (Tag/Total)*:       682 Hm / 19’990 Hm

 *Abweichungen zur Übersicht entstehen infolge Tunneldurchquerungen, die nicht aufgezeichnet werden

Ein entspannter Tag auf dem Radel mit Zeit für einen „coffee-break“

Die letzte Campingnacht auf norwegischen Boden genossen wir in vollen Zügen – eine kuschelige Cabin und ein Frühstück im Freien.

Am Morgen sind Marcus und ich wie zwei happy Frauen: „ja was ziehen wir denn heute an?“ – ein Ritual, das sich bis jetzt jeden Morgen wiederholt hat – so auch heute. Bereits zeigte sich die Sonne von der besten Seite und es war klar, dass wir heute im Tenue „kurz“ (zum ersten Mal auf dieser Tour) unterwegs sein können. Wow so cool! Heute wird der erste „Rändlitag“ sein (jedem klar was das ist? Wohl eher nicht. Stellt Euch einen nackten Radfahrer Ende des Sommers vor und ihr solltet wissen von was ich spreche). Oh nein, wir sind ja gar nicht ready für die kurzen Hosen…… unsere Beine sind nicht mehr rasiert, das geht ja gar nicht! Okay, wir machen heute eine Ausnahme und geloben Besserung – die Beine werden a.s.a.p. rasiert, so dass wir der Velofahrergilde wieder entsprechen.

Völlig entspannt fuhren wir los auf die heutige Kurzetappe von 110 Km. Es ist schon erstaunlich wie sich Körper und Geist in so kurzer Zeit auf ganz neue Dimensionen anpasst. Wir denken nur noch in 100 Km Abschnitten, d.h. knapp 3.5 Stundeneinheiten und empfinden das als ganz normal. Zum Glück ist das so, denn das macht es schon viel einfacher – danke lieber Körper und Geist, dass ihr beide uns auf diese Art unterstützt.

Eben wie gesagt, ganz entspannt fuhren wir los, warum war das eigentlich so? Ganz einfach, wir wissen, dass wir im Zeitplan sind und genügend Reserven haben um morgen Dienstag in Oslo zu sein. Wenn schon chillig, dann richtig, d.h. im norvegian outback. Nebenstrassen die nicht asphaltiert sind und sehr wenig Verkehr haben. Zum ersten Mal gönnten wir uns einen Coffeebreak – in Elverum fuhren wir nicht einfach vorbei, sondern stellten den Blinker um ins Zentrum zu gelangen. Kaum zu glauben, doch wir fanden einen Coffeeshop mit richtigem Kolbenkaffee – ein Traum (he Ueli – es gibt es also doch, den guten Kaffee in Norwegen). Die wärmende Sonne im Gesicht genossen wir den wunderbaren Cappuccino.

Der Rest ist rasch erzählt: 15h15 Ankunft in Sand nach einer wirklich erholsamen Überführungsetappe, bei der wir sehr viel Schönes von Land, Häuser und Leuten sehen durften. In dieser Gegend werden die Häuser und deren Umschwung mit sehr viel Liebe zum Detail gepflegt. Auffallend ist, dass die Norweger bei den KM-Angaben auf den Verkehrsschildern sehr bescheiden sind. Ganz selten sieht man das. Es scheint so, als ob es die Norweger gar nicht interessiert wie weit es noch ist, sondern eher wie lange es dauert.

Heute Abend war das letzte gemeinsame Nachtessen mit unserer Begleitcrew Franziska und Klaus, denn sie werden morgen von Oslo abfliegen. Wir können uns bei euch nicht genügend bedanken, für euren tollen Einsatz. Jeden Tag durften wir erleben, dass ihr euch für uns als Dienstleister verstanden habt und wie viel Präsenz dieser Job fordert.

 HERZLICHEN DANK.

Bei einem spannenden Gespräch, haben wir zusammen einen Rück- und Ausblick gemacht. Die dabei gewonnen Erkenntnisse werden wir in der einen oder anderen Form, nachhaltig für den weiteren Verlauf einbauen. Euch beiden drücken wir die Daumen, dass ihr auf dem nächsten Campingtrip sehr viel von den gemachten Erfahrungen verwenden könnt.

Morgiges Ziel: Hafen von Oslo – wird sicher spannend eine solche Grossstadt per Radel zu durchqueren. Distanz bis zum Ziel: 100 Km – peace of cake.

Fazit: Kleiderwahl bei Velofahrer mit Konsequenzen. 110 km mit Kur-Charakter. Spannender Gedankenaustausch, der das JMZ-Projekt weiter bringen wird

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Etappe 13 – gesponsert von Sibylle Hausammann-Merker 156 Km / 985 Hm

Start:                                               10h15 Tynset
Ziel (Ankunftszeit):                         15h45 Rena
Fahrzeit im Sattel (Tag/Total):         5h05  / 73h27
Durchschnitt:                                   30.2 Km / Std
Gefahrene KM (Tag/Total)*:           156 Km / 2’001 Km
Absolvierte HM (Tag/Total)*:       985 Hm / 19’308 Hm

 *Abweichungen zur Übersicht entstehen infolge Tunneldurchquerungen, die nicht aufgezeichnet werden

Der Ruhetag einmal anders…. – wir riechen den Sommer und gehen Baden – das Kontrastprogram am Sonntag

Die gute Nachricht zuerst, alle unsere Kleider haben in unserm „Treibhauszimmer“ getrocknet und waren heute Morgen wieder ready for action, doch es war zum Glück nicht mehr nötig. Die Sonne zeigte sich bereits und die Vorhersagen waren sehr motivierend, wenn es auch noch sehr frisch war.

Zuerst hiess es aber Abschied nehmen von unserem Starfotografen Ueli, der wieder zurück nach Trondheim ging, da er noch eine andere Mission vor sich hat: Seeadler in action fotografieren.

Wir entschieden uns noch eine „kleinere“ Strasse zu wählen, also weg von der 3 auf neu die 30 – gemäss Karte schien das ein kürzerer und weniger befahrener Weg. Zu meinem Entsetzen ging es gleich hinter dem Hotel in eine Steigung und ich hatte nun wirklich keinen Bock wieder Höhenmeter zu stampfen (für diese kann ja gar nicht gespendet werden, sollten wir bei der nächsten Tour anders machen, da lukrativ). Wir fuhren so die Steigung hinauf und für mich sah es aus, als ob das noch so eine ganze Weile gehen würde, was bei mir nicht gerade Glückshormone tanzen liess – im Gegenteil. Ich schaute Marcus an uns meinte nur: „Also wenn das noch weit so hinauf geht, dann werde ich sauer“ – „Ah ich dachte schon, dass Du super drauf bist, so zügig wie du fährst“. Da war es wieder, das Grinsen von uns beiden und das fokussierte Weiterfahren und zu meinem grossen Glück war der Kulminationspunkt nicht mehr weit und bald fuhren wir abwärts.

Was nun kam, war ein einziger radfahrerischer Traum, leichte abfallendes Gelände, herrliches Sommerwetter, Rückenwind und eine liebliche Landschaft, die an einem vorbeizieht, während der Tacho 35+ Kmh anzeigt. Wir fuhren durch Kiefern- und Birkenwälder immer in Ausschau nach einem blöden Elch. Ich glaube ganze viele Elche haben uns gesehen, wir einfach sie nicht. Der einzige uns vergönnte Erfolg: ein Hase, was gemäss Fachkreisen (ich meine damit meinen guten Freund Marcus) ganz klar auf einen Elch hätte hindeuten sollen. Gesehen haben wir ihn natürlich nicht.

Den obligaten Lunchstopp erreichten wir bei Km 90 bereits nach knapp 2.5 Stunden Fahrt, was 32 Km/h ergab – nicht schlecht für einen Ruhetag, ja das wäre ja heute eigentlich gewesen. Was führte zur Planänderung? Ganz einfach, das schöne Wetter, die guten Beine, die wunderbare Moral und das Bedürfnis voranzukommen.

Keinen Augenblick bereuten wir die heutige Etappe – was für ein Kontrastprogram zu gestern? Ehrlicherweise wenn die Sonne scheint, ist alles viel schöner frei nach dem Motto: „Äs isch immer schön, wänns schön isch“.  Thor hat nun definitiv kapituliert, nachdem er immer wieder neue Attacken mit schlechtem Wetter auf uns los lies aber wir haben uns nicht in unterkriegen lassen. Nun hat er seinen Hammer in die Wüste geworfen und wir haben nun super Wetter.

Ja es gab Momente, da konnten wir den Sommer riechen in den Wälder und in anderen Momenten, war die sich präsentierende Schönheit schon fast langweilig, so quasi die „langweilige Schönheit“,  sie war omnipräsent. Wir beide genossen den heutigen Tag wirklich in vollen Zügen, nicht zuletzt auch weil wir zum ersten Mal mehr hinunter, wie hinauf gefahren sind (vgl. Höhenprofil unten). Selbstverständlich war es für die Begleiter Crew auch ein Tag zum Genießen. Sie taten das mit einer kleinen Wanderung ab dem Campingplatz am Zielort Rena.

Kaum fuhren wir im Camping ein, sahen wir bereits die ersten Menschen in Badeanzügen – oh die Norweger besitzen das auch…..  Kurz Cabin, beziehen, Kleider wechseln und man glaubt es kaum, die Badehosen anziehen, Glace kaufen (statt Recovery-Drink einnehmen), eine Wäsche in Gang setzen und dann baden gehen – was für eine coole Reihenfolge. Also das Bad im 15 Grad warmen/kalten See war nicht sehr ausgeprägt, dafür um so erfrischender und wohltuender für die Beine.

Die Fotos werden sicher nicht mehr von gleicher Qualität sein, dafür immer noch authentisch und live from the great adventure – wir halten das Niveau weiterhin hoch und die ersten 2’000 km sind gestrampelt.

Last but not least! Wir fanden bereits einen Spender für Etappe 16 – herzlichen Dank.

Fazit:  Stay calm & carry on! Den Regen aushalten und schon bald kommt die Sonne wieder und so vieles sieht dann ganz anders aus. Am Ruhetag eine passende Sonntagsausfahrt gemacht, wobei alles für uns gelaufen ist.

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Etappe 12 – gesponsert von Ueli Lott – 101 Km / 666 Hm

Start:                                               12h00 Soknedar
Ziel (Ankunftszeit):                         15h15 Tynset
Fahrzeit im Sattel (Tag/Total):         3h21  / 68h18
Durchschnitt:                                   30.1 Km / Std
Gefahrene KM (Tag/Total)*:           101 Km / 1’845 Km
Absolvierte HM (Tag/Total)*:       666 Hm / 18’323 Hm

 *Abweichungen zur Übersicht entstehen infolge Tunneldurchquerungen, die nicht aufgezeichnet werden

Einmal Regen, immer Regen! „Erholungsetappe“ mit guten Resultaten. Ueli total happy

Wir übernachteten in einem kleinen, sehr schön gelegenen (wenn es schönes Wetter ist) und gut unterhaltenen Camping: http://www.gullvagcamping.no/#!__english/facilities. Wir fühlten uns sehr wohl und das Betreiberehepaar gab sich grosse Mühe uns zu verwöhnen – mit selbstgemachten Pizzas zum Nachtessen und einem ausser-planmässigen Frühstück.

Aus der Trainingslehre wissen wir, dass nach einer grossen Leistung, dem Körper etwas Erholung gegönnt werden sollte, diese aber nicht zu ausgedehnt sein soll, damit der Körper sich nicht daran gewöhnt.  Somit war ein schönes Ausfahren angesagt. Um Ueli noch eine Freude zu machen – dazu mehr etwas später, haben wir den Ruhetag auf Montag verschoben.

Wir starteten zuerst mit einem Mechaniker Einsatz von Marcus. In unserer Cabin, in der wir zusammen mit den Rennräder geschlafen hatten (diese mussten nach der parforce Leistung nicht im kalten und feuchten Auto übernachten), richtete Marcus seine mobile Werkstatt ein. Die Nabe wurde von ihm komplett auseinander genommen, gereinigt, geölt und wieder montiert. Mit dem Resultat, dass ich nun wieder geräuschlos mit Maximus unterwegs bin – hurray!

Was für ein Bild, als wir uns im strömenden Regen auf die Etappe machten. Wir beide in voller Regenmontur – ich der „Papagei“ (in leuchtenden Farben) und Marcus als der „black devil“ (alles in schwarz). Ihr alle kennt sicher „Schere – Stein – Papier“ und da wir mittlerweile je ein Hinter- und ein Rücklicht entsorgen mussten (sind defekt), stand eine ganz wichtige Entscheidung an. Wer wird stolzer Träger vom Vorder-, resp. dem Rücklicht, denn das hat so einige Konsequenzen? Yes – der Sieg ging an mich und so konnte ich, zumindest zu Beginn, mich ans Hinterrad heften – der Papagei mit dem Rücklicht und der black devil mit der Vorderlicht.

Es war von Beginn weg eine sehr feuchte, nein total nasse Angelegenheit. Es goss wie aus Kübeln und von den vorbeirauschenden Autos, und vor allem Lastwagen, wurden wir auch regelrecht „geduscht“. Nach gut 20 Km zügiger Fahrt, stellten wir den Blinker und verließen nach mehr als 1’750 Km die E6. Wie auf Knopfdruck nahm der Verkehr ab und das Radeln erhielt wieder die gewohnte, entspannte Qualität wie dem ganzen Weg bis Trondheim.

Ueli wünschte sich einen solchen fotografischen Tag wie heute – Regen, strömender Regen, Gischt, nasse Protagonisten und eine spannende Szenerie – alles konnten wir bieten und gepaart mit unseren schauspielerischen Fähigkeiten entstanden viele gute Fotos, doch sieht selber. Lieber Ueli, morgen trennen sich unsere Wege und auf diesem Weg danken wir Dir ganz herzlich für Deinen bereichernden Einsatz für das JMZ-Projekt – wir werden Dich vermissen.

Wir zogen das Ding in gewohnter Manier durch, mit 5 Km Ablösungen und volle Pulle. Am Schluss zeigte der Tacho mehr als 30 Kmh im Schnitt – super, bei diesen Bedingungen. Und so im Vorbeifahren haben wir ein neues „Tour-Dach“ erklommen mit 723 MüM. Aber ganz ehrlich, beide waren wir trotz top Ausrüstung, klitschnass und die Füsse und Hände spürten wir infolge der Kälte (heute im Durchschnitt 7.2 Grad) nicht mehr so richtig. Unser zufriedenes und verschmitztes Lächeln bei der Vorfahrt beim Hotel in Tynset hätte einen Oskar verdient. Noch kurz „the machines“ abduschen mit der Mercedesdusche und dann noch etwas „föhnen“ mit dem Kompressor.

Nach der warmen Dusche war die grosse Herausforderung genügend Kleiderbügel zu haben um alles zum trocknen aufzuhängen. Wir gönnten uns noch etwas TV und kaum zu glauben, da lief gerade die Norwegen–Tour:  http://www.letour.fr/arctic-race-of-norway/2016/us/ und die aktuelle Etappe ging den gleichen Berg hinauf, den wir erklimmen mussten, weil der Tunnelminister das 8.6 km Tunnel geschlossen hatte. Wir schauten das so an und mussten feststellen, dass wir genau so gut ausgesehen haben beim Anstieg – es hatte einfach etwas weniger Zuschauer;-)

Fazit:  Dito – wie Headline!

Noch etwas in eigener Sache:

Die Etappe 16 hat noch keinen Sponsor – Freiwillige vor und wir haben natürlich auch an allen anderen Spenden Freude, denn diese sind für eine sehr gute Sache.

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Chers amis francophones, qui souhaitez savoir comment se passent nos étapes, et avoir quelques détails sur notre route norvégienne, vous trouverez un résume en langue française pour les étapes 8, 9 et 10 juste après les photos. Je continuerai à vous tenir informés.

Merci pour votre soutien.

Etape 12

Nous avons dormi dans un joli camping, bien situé (quand il fait beau), bien entretenu. On se sentait bien et le couple de personnes en charge du lieu s‘est  donné du mal pour nous préparer une pizza maison et un petit déjeuner copieux hors du commun.

Nous savons par la pratique que le corps se souvient de l’effort fourni,  mieux vaut ne pas s’attarder là  dessus,  sinon le corps va se rappeler la performance sportive, et s’habituer à  ce ressenti.

Nous avons reporté notre jour de repos à lundi.

Marcus est intervenu techniquement avec son atelier mobile  sur nos vélos que nous avons mis dans notre chambre pour les protéger du froid et  de l’humidité. Il a tout nettoyé, remis en état et vérifié.

Quelle image de nous sous la pluie battante avec nos vêtements de pluie, Marcus tout en  noir,  le « diable noir » et moi en orange le « perroquet ».  L’éclairage arrière ce fut donc moi  le perroquet (en orange) et celui à l’avant le « diable noir ».

Dès le début c’était  dans une atmosphère humide et  très mouillée. Il tombe des grêlons et nous avons été vraiment douchés par les camions et les voitures devant nous. Apres 20 km parcourus dans ces conditions nous avons mis le clignotant et avons quitté la route E6 après  plus de 1750 km pour prendre une route avec moins de circulation et   nous avons pédalé  en retrouvant la qualité du chemin vers Trondheim.

C’était pour Uelin notre photographe des conditions parfaites  pour nous prendre en photos dans des conditions météo idéales pour lui ; la pluie, les embruns, les cyclistes trempés toujours bons acteurs.

Cher Ueli, demain nos chemins se séparent  et nous te remercions du fond du cœur pour ton implication dans Jede Meile Zaelt. Tu vas nous manquer.

Malgré les conditions dans lesquelles nous pédalons, temps épouvantable, trempés comme des soupes nous atteignons les 30 km/h et un sommet à 723 mètres. Nos pies et nos mains étaieng glacés , car en moyenne aujourd’hui la température était de 7°. Notre sourire joyeux en arrivant à notre hotel à Tynset  aurait mérité un oscar.

Après la douche chaude, nous avons regardé la télévision où on montrait le tour de Norvège à vélo qui a lieu en ce moment, et le fameux tunnel de 8,6 km dont j’ai déjà parlé, qui était fermé, ce qui avait obligé les cyclistes à gravir le sommet  où nous avions pédalé, mais avec moins de spectateurs.

On cherche un sponsor pour l’étape 16

 

Etappe 11 – gesponsert von Gemsay Generalplanungen AG – 203 Km / 2’134 Hm

Start:                                               09h15 Steinkjer
Ziel (Ankunftszeit):                         18h45 Soknedal
Fahrzeit im Sattel (Tag/Total):         7h43  / 64h57
Durchschnitt:                                   26.3 Km / Std
Gefahrene KM (Tag/Total)*:           203 Km / 1’744 Km
Absolvierte HM (Tag/Total)*:       2’134 Hm / 17’657 Hm 

*Abweichungen zur Übersicht entstehen infolge Tunneldurchquerungen, die nicht aufgezeichnet werden

Eine heftige Reaktion auf die gestrige Kurzetappe – grosses Kino. Erste Durchquerung einer grossen Stadt. Geräusch an Maximus lokalisiert!

Wie verbraucht man in knapp 8 Stunden mehr als 10’000 Kalorien – ganz einfach man schreibt einen Blog – nein Spass beiseite – man liefert „grosses Kino“ ab, so wie wir das heute einmal mehr gemacht haben. Ihr könnt die Details oben sehen – 203 Km und 2’134 Hm sind nicht so wenig für einen Bergfloh wie mich. Aber alles schön der Reihe nach.

Gestern hatten wir schon etwas ein schlechtes Gewissen und intern hat der gestrige Tag gar nicht gezählt – wenn schon, dann als Ruhetag. Wir waren also gefordert für heute und Thor hatte so einiges Gut zu machen für uns und das lieferte er bereits am Morgen früh mit Sonnenschein. In dieser Euphorie legten wir beim Start den Lunchhalt bei 80 km fest und nach gut 45 Km (wir trafen gerade auf den Mercedes und die Crew) wurde dieser auf Km 100 fixiert. Wir wollten heute 170 km machen und dabei Trondheim passieren – wenn man eine Stadt von dieser Größe passiert kann vieles passieren, denn wir Radler können ja nicht einfach die Umfahrungs- oder Durchquerungsautobahn nehmen.

Je näher wir auf der E6, unserer geliebten E6, die uns seit dem Nordkapp die Richtung gewiesen hat, uns Trondheim näherten, umso mehr nahm der Verkehr zu. Es leben die schlauen Norweger, denn diese habe nun viel mehr Radwege und Nebenstraßen für uns bereit, so dass wir entspannt einmal links und einmal rechts fahrend der E6 folgen können. Dies ganz zum Leidwesen von unserem Fotografen Ueli, denn er wusste nicht mehr so genau, wann und wo wir erscheinen.

Sehr gut kamen wir vorwärts und stellten fest, wie die Gegend immer mehr besiedelt und urbanisiert ist. Natürlich wäre die E6 die einfachere Lösung, denn diese geht direkt, während wir den einen oder anderen Höhen- und Kilometer mehr machten. Nach genau 104 Km wartet die Crew und die Verpflegung auf uns. Nur rasch die Winterkleider (lange, warmen Hosen und Unterleibchen) weg und rein die kurzen Hosen mit Stulpen, denn es war nun etwas mehr als 13 Grad – also schon fast heiss. Wir fühlten uns gut, gemäss Wetter-App war etwas Regen so ab 16h00 angesagt, so dass wir uns zutrauten noch gut 80 km in Angriff zu nehmen und wir standen ja bereits 20 Km vor Trondheim.

Habe gar nicht gewusst, dass Trondheim sich fast wie San Francisco „anfühlt“ – rauf und runter ging es die ganze Zeit und wir versuchten immer irgend wie der grossen E6 zu folgen, was mit den kleinen Velocoumputer von Garmin, gar nicht so einfach ist. Unser bereits schön eingefahrener Durchschnitt von fast 29 KmH, schmolz nur so vor sich hin – nicht in der Sonne, denn diese verkroch sich immer mehr hinter dicken, dunklen Wolken. Natürlich haben wir uns auch ein paar Mal verfahren und als wir die Stadt hinter uns gelassen haben, zeigte der Tacho bereits 150 km an – nicht schlecht, also nur noch 30 bis ins Ziel.

Wir merkten dann aber bald, dass es wohl etwas mehr als 30 Km sind und da fuhr ein Mountainbiker zu uns auf und hängte sich an uns. Das ist etwas, dass Marcus liebt und anstachelt, was bedeutet, dass er auf die Tube drückte. Der ältere Herr blieb aber scheinbar mühelos dran – im Gegenteil in einer Gegensteigung, als ich noch kurz ein Foto machen wollte, zog er an uns vorbei. Wenn Marcus ein Rüebli vor sich hat, dann will er das haben…… also Kette rechts und Vollgas bis wir wieder dran waren und zum Überholen ansetzten. Nun sprach er uns an und fragte uns, ob er im Sog mitrauschen dürfe und so kamen wir ins Gespräch. „Ja wo wollt ihr hin“ – „Nach Gibraltar“ – „WAS? – ähm und wo kommt ihr her“ – „ja vom Nordkapp“. Okay – das hört sich ja schon etwas speziell an oder?  Entsprechend war auch die Reaktion von diesem Herren, der übrigens mit 60 begonnen hat zu biken und nun 70 ist. Er wollte dann noch ein Foto von uns und konnte es wirklich kaum glauben. Ich selber war beeindruckt wie fit dieser old man noch ist – das verspricht ja so einiges für Marcus und mich – hallejuia!

Wie kann es anders sein – die ersten Regentropfen kamen und wir zogen unsere leichten Regenjacken an. Leider frischte auch der Gegenwind auf – wir waren so bei Km 160 und immer noch auf Radwegen unterwegs, während auf der E6 ein riesen Verkehr herrschte.

Maximus hat im Verlauf des Tages immer mehr von sich hören lassen…… und dann bei Km 165 hebt Marcus wie aus dem nichts (der Leser stelle sich folgendes vor: es regnet, zwar noch leicht, doch wir beide sind bereits nass und es geht eine kleine Rampe hinauf) sein Hand und ruft: „Übung halt – jetzt werden die Hinterräder gewechselt“ Was geht da einem im Kopf vor, sei es bei dem, der diese Aktion startet und dem, der hinter her fährt? Es lasse ihm keine Ruhe dieses Geräusch und nun wolle er es wissen – gesagt, getan und Maximus hatte das Hinterrad „Lady X“. Und nun wissen wir es – es ist nicht das Chassis von Maximus, dass Geräusche macht, sondern die Nabe vom Hinterrad, denn nun tönte es bei Marcus. Problemanalyse nun defintiv abgeschlossen, Reparatur folgt.

Ist ein Problem gelöst, dann kommt meistens ein anderes – was auch diesmal so war, und zwar in Form von „Dauer-total-Regen“. Es goss aus Kübeln und zu allem Elend waren die Radwege zu Ende und wir mussten nun doch auf die E6. Die letzten 20 km hatte ich neben dem strömenden Regen auch immer noch die Gischt von Marcus Hinterrad im Gesicht – eine klassische Win-Win Situation 😉 Da ist man schön im Windschatten und dafür wird man einfach noch viel mehr nass – doch was soll’s irgendwann ist eh alles klatschnass und man will nur noch am Ziel sein. Ganz so einfach war die Routenwahl nicht, denn am Schluss hatten wir noch einen rund 4 km langen Aufstieg mit durchschnittlich 6% zu bewältigen und das mit fast 200 km in den Beinen. Auch das ging vorbei und bald standen wir vor unserem Blockhäuschen auf dem Camping. Wie immer und wie immer sehr geschätzt, war alles bereits im Häuschen und wir konnten sehr rasch unter die warme / heiße Dusche springen. Wir fühlen uns wirklich wie an der Tour de France – die Crew erledigt für uns alles und wir müssen uns nur auf das Radfahren konzentrieren – das nenne ich Service oder Unterstützung XXL.

Es ist nun 23h37 und es regnet immer noch draußen. Wir beide sind schon etwas „lind“ und freuen uns nun auf das Kajütebett und die wohlverdiente Nachtruhe – im Wissen wieder ein Erlebnis für unsere Analen, Kinder und vielleicht Enkelkinder, geschaffen zu haben.

Fazit:  Heute war es nicht nur chillig – nein! heute war es chilli con carne!

Bildschirmfoto 2016-08-12 um 22.13.02 Bildschirmfoto 2016-08-12 um 22.12.16

Etappe 10 – gesponsert von AMR Partner, Kloten – 80 Km / 909 Hm

Start:                                               09h15 Grong
Ziel (Ankunftszeit):                         14h15 Steinkjor
Fahrzeit im Sattel (Tag/Total):         3h20  / 57h14
Durchschnitt:                                   24.3 Km / Std
Gefahrene KM (Tag/Total)*:           80 Km / 1’541 Km
Absolvierte HM (Tag/Total)*:       906 Hm / 15’523 Hm

 *Abweichungen zur Übersicht entstehen infolge Tunneldurchquerungen, die nicht aufgezeichnet werden

Das norwegische Tief weitet sich aus – vorzeitiger Abbruch nach 80 Km – Sauna, statt Km!

Es ist immer wieder ein ganz spannender Augenblick, wenn ich am Morgen auf den Sattel steige und die ersten Umdrehungen mache beim Pedalen. Wie fühlt es sich an, was geht und was geht allenfalls nicht? Dazu kommt das Quäntchen Unsicherheit über das was uns erwartet und natürlich auch die gewisse Wehmut, die warme Cabin hinter sich zu lassen. Also richtig hinsetzen, ein paar motivierende Späßchen zu Marcus und los. Es dauerte nicht lang und bereits fanden wir uns in einem ersten Aufstieg und da war sie wieder – die Explosionen im Oberschenkel, wenn die neue Energie auf die verbrauchte auftrifft. Dieser leichte Schmerz, der auch so beschrieben werden kann: „die Beine sind noch zu oder ich habe keine guten Beine“. Kein Problem, denn wir haben ja 160 Km Zeit um die Beine zu öffnen – wirklich?

Jetzt haben wir wirklich ein ernsthaftes Problem. So im „Einfahrgespräch“ beichtete mir Marcus, dass er trotz Aufruf bei euch Lesern, seiner Rennmaschine zum jetzigen Zeitpunkt keinen Namen geben könne…… Was ist passiert? Ganz einfach, er hat für sein Rad nach der Tour bereits potentieller Interessent und er wolle darum keine zu feste und emotionale Bindung aufbauen und ein Name würde genau das machen.  Ich halte Euch auf dem Laufenden über den weiteren Verlauf dieser „Liebesbeziehung“.

Nun aber zum eigentlichen Etappenverlauf  – der sich ganz anders entwickelte wie von uns geplant. Zuerst leichter Regen und immer mehr Gegenwind und ich meine wirklich viel mehr. Und da waren sie wieder: die „Windohrfeigen“ – ihr kennt das nicht? Ganz einfach – man kämpft im Gegenwind und dann rauscht ein 40 Tönner heran auf der Gegenseite und dieser schiebt noch mehr Wind vor sich her, die einem fast vom Radel wirft – eben wie eine Ohrfeige.

Der Regen nimmt zu, die Temperatur fällt weiter und wir bedauern, dass wir heute Morgen die Regenschütze nicht in Uelis Auto getan haben. Plötzlich setzt Marcus den Blinker und schlägt vor, dass wir etwas bei einem Baum unterstehen, um nicht pudelnass zu werden. Wir verkrochen uns zum Schutz im kleinen „Briefkasten“ (vgl Titelbild).  Dieses Foto gibt es ja nur, weil Ueli in unmittelbarer Nähe auf der Lauer lag, sich wunderte warum wir nicht in sein „Fotofalle“ fahren und kehrt, um uns zu suchen.

Oh wie froh waren wir, den ersten heftigen Regenschauer im warmen Polo ausharren zu können.

In der Zwischenzeit wurde von Klaus und Franziska das Bedienungshandbuch vom Mercedes studiert, denn dieser super Wagen hat ja auch eine Standheizung und die sollte es kuschelig machen bis wir zwei kommen. Das Betreuerteam war also auch in dieser Situation ready for the biker.

Weiter ging es mit etwas weniger Motivation und dafür mit noch mehr Gegenwind. Wir „gurkten“ wie wild vor uns hin, doch der Wind schnitt uns Scheibe um Scheibe den Schneit ab…. Es kommt noch besser! Trotz Regen, Kälte und Wind ist es wichtig immer wieder zu trinken, doch will man wirklich einen Schluck vom „Isostar on the rocks“ – wenn jede Faser im Körper sich nach Wärme sehnt? Nun aber genug lamentiert!  Es war wirklich eine Herausforderung heute und als die Temperaturanzeige weniger als 5 Grad anzeigte, der Regen noch einmal Vollgas gab, standen wir ein nächstes Mal bei einem Bushäuschen unter und entschieden die Etappe beim Mittagshalt (bei Km 80 in Steinkjor) abzubrechen. Gesundheit vor Programm.

Neues Ziel: Best Western. Wieder mit einem konkreten und machbaren Ziel vor Augen, nahmen wir die restlichen 19 Km in Angriff, selbstverständlich bei schon fast peitschendem Regen und Kälte. Oh wie schön war es das Hotel zu sehen und dann erst unter der warmen Dusche und in der Sauna stehend/sitzend, die tiefe Kälte aus den Knochen zu vertreiben.

Nun können wir noch etwas Olympia schauen im TV (draußen herrscht immer noch Weltuntergangsstimmung) und es chillen lassen – es gibt ja neben JMZ noch andere Grossanlässe.

Fazit:  Gekämpft wie Löwen, gefroren wie Pinguine und in knapp 4 Std. knapp 80 km geschafft- doch: „was häsch, das häsch“

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Nachtrag zum Fotografen: Stellvertretendes Foto vom totalen Einsatz für das mögliche perfekte Foto

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10ème étape

C’est toujours un moment captivant quand je m’assois sur la selle et donne un un 1er coup de pédale.

Comment se sent-on, qu’est ce qui va bien, et ne va pas bien ? Qu’est- ce qui nous attend après avoir quitté la quiétude de notre chambre ? alors on se met bien en selle, on  motive  Marcus comme il faut, et on y va. Il n’a pas fallu longtemps avant d’atteindre la 1ère montée,  et la revoilà, la douleur dans le haut de la cuisse,  alors quoi, je n’ai pas de jambes,  mais pas de problème.  Il y a 160 km à parcourir et les jambes auront le temps de s’échauffer.

Je reviens sur un discours que j’ai eu avec Marcus qui ne veut pas donner de nom à son vélo, contrairement à moi, car il ne veut pas s’investir émotionnellement.

Pour en revenir  à notre étape d’aujourd’hui, ce n’est pas comme prévu. On  commence avec une petite pluie puis le vent de face, c’est comme des gifles que l’on reçoit, oui des grosses baffes cinglantes. Revoilà la pluie, la température descend, et nous regrettons de ne pas avoir mis nos vetements  de pluie dans la voiture d’Ueli (lephotographe). On se réfugie dans une boite aux lettres comme vous pouvez le voir sur la photo pour ne pas être trempés comme des soupes.

Pendant ce temps nos accompagnateurs étudiaient pour nous la notice du Mercedes qui offre un chauffage d’appoint.

Avec le vent de face, la pluie, le froid, nous avons eu de moins en moins de motivations. Une gorgée d » »’Isostar  on he rocks » aurait été appréciée par chaque partie de notre corps. J’arrête avec mes lamentations. La température descendant à 5°, nous décidons d’écourter notre étape et de terminer à 80 km lors de la pause déjeuner. Le plus important, c’est la santé !

Nouvel objectif :  «  BEST WESTERN » hotel !!! Quel réconfort de prendre une douche chaude, de faire un sauna, et de chasser ainsi le froid de nos os glacés. Nous pouvons maintenant regarder les jeux olympiques à la télévision.  Il y a en dehors de „Jede Meile Zaehlt “ des  enjeux importants.