Start: 09h10 Sand
Ziel (Ankunftszeit): 13h00 Oslo
Fahrzeit im Sattel (Tag/Total): 3h28 / 80h55
Durchschnitt: 29 Km / Std
Gefahrene KM (Tag/Total)*: 101 Km / 2’212 Km
Absolvierte HM (Tag/Total)*: 650 Hm / 20’640 Hm
*Abweichungen zur Übersicht entstehen infolge Tunneldurchquerungen, die nicht aufgezeichnet werden
Das erste Land – Norwegen, ist durchquert – five more to go. Gemütliche Überfahrt mit der Fähre nach Kopenhagen – Anpassung der Terminplanung
Kurz nach der Freigabe für die Etappe 15, bildete sich ein Führungsduo, das sich vom Feld absetzte…… So oder ähnlich würde sich das in einem Rennbericht der TdF lesen. Wir beide drückten gleich von Beginn weg so ziemlich auf die Tube (in der ersten Stunde legten wir knapp 36 Km zurück – mit gütiger Unterstützung von Wind und unseren super „Töpfen“), denn wir wussten, dass man uns um 15h00 in Oslo am Check in bei der Fähre erwartet. Start und Ziel lagen nur etwas mehr als 100 Km auseinander, doch man weiss ja nie, was so alles passieren kann. Apropos passieren: Beim Ausladen der Rennmaschinen, stellten wir fest, dass Maximus hinten „lahmt“, sprich wieder einmal einen Platten hat – das gibt’s ja gar nicht – nun verlieren wir schon Luft über Nacht! Marcus behob den Schaden in Windeseile und als wir pumpen wollten mit dem Kompressor, stellten wir fest, dass dieser still stand. Zum Glück haben wir noch eine Handpumpe dabei und so waren wir um 09h10 on the road again.
„A big city, is like a box of chocolate – you never know what you gone get“. Man hat eine ca. Ahnung wie die Richtung sein sollte, doch wo man dann genau ist – keinen Schimmer! Ergo wird nach Gefühl und Intuition gefahren. Bei Oslo hat das zur Folge, dass wir während gut 25 Km voll konzentriert agieren mussten und uns mehr als einmal etwas im „Schilf“ wieder fanden. Zum Glück waren wir zeitlich sehr gut unterwegs und auf den letzten 5 Km fuhr uns verdankenderweise eine Velofahrerein voraus bis ans Ziel. Ich finde es immer wieder spannend, in einer Großstadt, mit dem Radel unterwegs zu sein – man sieht viel und bekommt etwas vom touch der Stadt mit.
Am Hafen erwarteten uns Franziska und Klaus zum letzten Mal auf dieser Tour. Alles war ready für die Übergabe. Eine letzte herzliche Umarmung und schon spazierten sie in Richtung down town davon.
Umziehen, Packen und Veloverladen war nun angesagt. Dann übernahm Marcus das Steuer und wir begaben uns zum Check in. Einmal auf dem Areal, muss man dort bleiben und das merkten wir erst, als wir drin waren. Okay kein Problem, denn es war sowieso gerade lunchtime. Wir leeren den Kühlschrank, bedienen uns an den Vorräten und veranstalten ein Picknick sur place. Herrlich, die Sonne scheint in voller Pracht und wir in kurzen Hosen und Flip – Flops.
Auf Etage 6 bezogen wir unsere Aussen-Koje – für einmal keine Cabin oder ein Hotelzimmer. Kurz duschen, denn etwas geschwitzt haben wir dann doch während der Führungsarbeit, und dann ab aufs Sonnendeck.
Nach zwei Wochen gönnten wir uns zum ersten Mal eine Zigarre – wow, die war ein hammer Genuss, denn sie fühlte sich auch gleich wie eine Siegerzigarre an. Das Nachtessen im Steakhouse ergänzte das Schonprogram von heute.
Nun sitze ich am Heck von dieser riesen Fähre, geniesse die wunderbare Abendrotstimmung und komme etwas ins sinnieren.
Das erste Land ist durchquert, knapp 2’200 Km und mehr als 20’640 Hm, aufgeteilt auf 15 Etappen, sind absolviert. Viele unvergessliche Augenblicke und Eindrücke durften wir „reinsaugen“ und genießen . Ja etwas stolz sind wir beide schon auf das bis jetzt geleistete. Wir merkten, dass es funktioniert, dass wir zusammen funktionieren und noch viel wichtiger – harmonieren. Das Vertrauen in die Crew und unseren eigenen Fähigkeiten steigert sich jeden Tag und gibt uns sehr viel positive Energie.
Bereits nach zwei Wochen empfinde ich eine tiefe und reinigende Entschleunigung. Ich kann z.b. einfach so an einem Ort stehen, nichts tun als den Augenblick und die damit verbundenen Gedanken geniessen. Danke liebes Norwegen, das Du mit deinen Weiten, deiner Schönheit und deiner Geduld für uns, das erreicht hast.
Sobald ich in eine Stadt komme, realisiere ich dieses „Grundrauschen“, diese „Vibes“ (vielleicht liegt es ja auch an der grossen Konzentration von Natel’s), die einem auf Trab und so die Grundanspannung in Körper und Geist hoch halten. Ist man mitten drin, ist das sicher kein Problem, doch wir sind nach zwei Wochen „outback“ scheinbar wieder in der Lage diesen Unterschied zu spüren.
Wir beide freuen uns nun auf die etwas längere, als ursprünglich geplante Pause. Die Fähre bringt uns nun über Nacht nach Kopenhagen, wo wir morgen um 09h45 anlegen werden. Eine Nacht werden wir dort verbringen, bevor es dann weiter per Mercedes nach Amsterdam geht. Am Sonntag, dem 21.8., geht es wieder per Fähre nach England weiter. Mit anderen Worten, wir steigen am nördlichsten Punkt in Schottland – Thurso, am 23.8. wieder auf den Sattel. Die Pause ist etwas länger als geplant, doch es stimmt perfekt für uns beide. Unsere Form stimmt und so gesehen haben wir dann auf die Marschtabelle einen Rückstand von knapp 4 Tagen.
Also Kopenhagen und Amsterdam – wir kommen!
Fazit: Entschleunigung macht täglich Fortschritte. Freuen uns auf die etwas längere, als geplante Pause.



























































































































